Über Skeptics.de

Mit Skeptics.de möchte ich dazu beitragen, die Lücke zwischen Alltagsskeptizismus und wissenschaftlichem Skeptizismus zu schließen.

Wann immer mein Engagement in der Skeptikerbewegung zur Sprache kommt, sagen mir viele Leute, dass sie selbst auch Skeptiker seien. Freilich meinen sie damit den üblichen Alltagsskeptizismus, in dem Sinne, dass sie eben nicht alles glauben, was ihnen so erzählt wird.

Darüber freue ich mich jedes Mal, denn es ist gut, wenn die Leute skeptisch und kritisch sind. Traurig ist aber, dass ich genauso häufig höre, wie falsche oder fragwürdige Alltagsbehauptungen kritiklos rezitiert werden. Der Klassiker: “Die Schulmedizin behandelt ja sowieso nur Symptome.” Oft kommen diese Aussagen in denselben Gesprächen, wenn auch nicht unbedingt von denselben Personen.

Ich halte das für ein Zeichen, dass Alltagsskeptizismus und wissenschaftlicher Skeptizismus zu weit auseinanderliegen und zu wenig interagieren. Es ist zwar gut, wenn auch ganz normale Leute ohne expliziten skeptischen Hintergrund kritisch und skeptisch mit ihnen fremden Behauptungen umgehen. Wirklich sinnvoll ist das aber nur, wenn sie sich dabei einer korrekten Methode zur Unterscheidung von richtigen und falschen Informationen bedienen. Diese Methode stellt der wissenschaftliche Skeptizismus zur Verfügung. Und es gilt, sie auch zum Werkzeug des allgemein verbreiteten Alltagsskeptizismus zu machen.

Dazu kommt, dass sich das klassische “ich bin auch skeptisch” meistens nur auf neue Behauptungen bezieht. Unsinn, der sich bereits verfestigt hat, wird nur noch selten hinterfragt. Auch da wäre es schon, wenn die Alltagsskeptiker etwas konsequenter mit der Anwendung eines sauberen wissenschaftlichen Skeptizismus wären.

Skeptics.de ist ein Blog, der versucht, mit gutem Beispiel voranzugehen. Er betrachtet Behauptungen aus populären Verschwörungstheorien und anderen irrationalen Überzeugungssystemen aber auch fragwürdige Alltagsfloskeln aus der Sicht des Alltagsskeptikers. Dadurch soll vorgeführt werden, wie einfach es eigentlich ist, mit wissensbasierter Skepsis Unsinn als solchen zu entlarven.

Philipp Nolden